Buchen
Das Landgut Pule

Die Geschichte des Landgutes Pule

Während der Weltwirtschaftskrise 1933 hat der Großvater des heutigen Inhabers das Landgut Pule an eine vermögende Slowenin verkauft, die gerade aus Amerika zurückgekehrt war. Im Jahr 2004 hat der Enkel des ursprünglichen Inhabers das Landgut von der Enkelin der ehemaligen Käuferin zurückgekauft in so ermöglicht, dass der Familienname und das Landgut wieder vereint sind.

RENOVIERUNG – Mit Liebe zum Detail

Der Mittelpunkt des Lebens auf dem Landgut Pule ist der Nussbaum  – der zentrale Baum auf dem Hof – welcher der Familie Anderlič schon fast 200 Jahre Schutz bietet und Schatten spendet; der Baum wurde nämlich 1819 gepflanzt, als die nahegelegene Scheune einen neuen Dachstuhl erhielt. Der Nussbaum vereint das gesamte architektonische Ensemble in eine verbundene Ganzheit. Anstelle einer italienischen Piazza also ein heimischer bäuerlicher Hof mit Brunnen, wo sich das tägliche Leben der damaligen Bewohner abspielte. Im Sommer kühlten sie sich im Schatten des mächtigen Nussbaumes, im Winter wärmten sie sich an den Öfen im Haus. Bei der Renovierung 2005 wurden alle Kacheln von den bestehenden Öfen sorgfältig entfernt und als Vorlagen für identische neue Kacheln benutzt; diese schmücken heute nicht nur den Ofen im »großen Haus«, sondern auch den Ofen im »kleinen Haus« des Landgutes. Als sich 2006 die ersten Spuren zeigten, dass der Baum zu verdorren droht, wurden ins Hofpflaster besondere Kanale gebohrt, die dem Baum ausreichend Luft und Feuchtigkeit gewährleisten. So thront der Nussbaum heute noch über das Landgut.

Die Böden im Inneren des Hauses, im Restaurant, Weinkeller, Reiterklub sowie das äußere Pflaster auf dem Hof wurden aus bestehendem Stein vom Landgut gefertigt – beim Aushub für das Kellergeschoß 2005 wurde der Stein nämlich abgedeckt, zerschnitten, geformt und gebürstet – für eine erneute Anwendung im Innenbereich. Bei der Hausrenovierung wurde auch die gesamte Holzdecke entfernt und durch eine Betonplatte ersetzt. Die hölzernen Deckenbalken wurden für eine dendrochronologische Analyse an die Biotechnische Fakultät in Ljubljana geschickt. Die Analyse der Kastanien- und Eichenbalken enthüllte das tatsächliche Alter des Holzes, das im Jahr 1649 geschlagen und 1650 in die Deckenkonstruktion eingebaut wurde. Auch jetzt ist ein Balkenstück samt dazugehörigem Zertifikat im Flur des alten Hauses, unmittelbar am Eingang, ausgestellt. Alle Balken der alten Decke wurden zersägt und ein Schreinermeister verwendete das Holz für die Eingangstür mit Rahmen sowie alle Innentüren des alten Hauses. Im Haus ist an der Stirnwand ein Tabernakel mit der Madonna mit Kind aus der Mitte des 18. Jahrhunderts eingebaut (Arbeit einer bekannten südtiroler Bildschnitzerwerkstatt); die Madonna wacht die gesamte Zeit über das Landgut und seine Besucher.

Gegenüber dem alten Haus steht der ehemalige Stall bzw. das heutige Restaurant mit 60 Sitzplätzen. Dieses ist visuell mit dem Pferdestall verbunden – der Gast kann im Restaurant durch das Glas die Pferde beobachten und deren Energie verspüren. Das Restaurant führt in den Weinkeller, der von einer Holzplastik des Hl. Martin auf dem Pferd aus dem 18, Jahrhundert geziert wird. Der Weinkeller präsentiert die Weintradition des Landgutes und der Umgebung und ist gefüllt mit Spitzenweinen aus Slowenien wie der ganzen Welt; von Australien, Südafrika, Argentinien bis nach Nordamerika und ganz Europa. Neben dem Hl. Martin ist an der Wand auch ein Weinschwur von Hilarij Anderlič aus dem Jahr 1612 an den Stadtrat von Ljubljana – den Weinmesser und Bürger von Ljubljana, einen Vorfahren der heutigen Inhaber des Landgutes. Die Schmiedebeschläge im Weinkeller, Leuchten im Restaurant und den Suiten sowie die Schlösser und Schlüssel sind alles Arbeiten eines lokalen Meisters des aussterbenden Schmiedehandwerks.

Gehen wir nun vom Restaurant und dem Weinkeller zu den Gästechalets. Auch diese zeichnen sich aus durch das hochwertige lokale Schmiede- (Baumöbel) sowie Schreinerhandwerk (die Möbel wurden hergestellt aus Fichtenholz aus dem eigenen Wald). Die Chalets wurden gebaut gemäß dem Vorbild der ländlichen, bäuerlichen Bautradition der vorhergehenden Jahrhunderte in der Region Unterkrain; ein Drittel des Hauses besteht aus Mauerwerk, zwei Drittel sind aus Holz – gebaut aus trockenem Fichtenholz und Innen mit Bienenwachs bearbeitet. Die Chalets sind gedeckt mit Holzschindeln und haben Fensterläden sowie Dachrinnen aus Holz – eine ausgesprochene Seltenheit heutzutage. Gemeinsam befinden sich in den Chalets 6 Suiten mit einem Schlafzimmer sowie 3 Suiten mit zwei Schlafzimmern. Die Beheizung, so wie auf dem gesamten Landgut, wird mit Holzspänen aus dem eigenen Wald betrieben. Die Heiztechnik und die gesamte Mechanisierung für die Arbeit auf dem Landgut befinden sich im Gebäude neben der Manege, das sich vom ursprünglichen Objekt nur durch den größeren Grundriss unterscheidet.

Zwischen dem Reiterklub (ehemalige Wagnerwerkstatt für Wagen, Fässer und Mühle) und den heutigen Sanitärräumen (ehemaliger Schweinestall) steht ein prächtiger Heustadel - Toplar aus dem Jahr 1884. Dieser Heustadel hat seinen Vorgänger ersetzt, der von einem Sturm umgerissen wurde. Der Toplar-Stadel wurde aus Šmartno pri Litiji herangeschafft, dort zuerst zerlegt und an seinem neuen Standort auf dem Landgut Pule wieder zusammengesetzt und hochwertig erneuert. Der mächtige Heustadel hat zwei Stockwerke, was ein Unikum ist für ganz Slowenien – dem Land der Heustadel. Mit seiner frontalen Einbindung in den Raumwendet er sich zum zentralen Hof und heißt so alle Besucher des Landgutes Pule willkommen.

Die perfekte Flucht aus dem Alltag